Düfte

Düfte sind Erinnerungen: Gute oder schlechte
Unser Gehirn speichert den olfaktorischen Sinneseindruck und lässt uns, sobald sich ein bestimmter Duft wieder in unsere Nase schlängelt, längst vergessen geglaubte Erinnerungen wiederbeleben. Ob etwas gut oder schlecht riecht, hängt dabei ausschliesslich davon ab, in welcher Situation wir ihn zum ersten Mal gerochen haben. Einen Geruch, den wir in einer schönen Situation erlebt haben, speichern wir schneller als angenehmen Duft ab als einen, der uns an ein unerquickliches Erlebnis erinnert. Der Duft von Orangen etwa wird von den meisten Menschen als gut riechend empfunden, weil Orangen oft mit Weihnachten in Verbindung gebracht wird.

Ungeborene Babys können auch riechen
Schon ungeborene Babys können ab der 28. Schwangerschaftswoche riechen und Duftvorlieben der Mutter als positiv abspeichern. Dabei besitzt der Mensch "nur" etwa 30 Millionen Riechzellen, Hunde dagegen etwa 300 Millionen. Jede einzelne unserer Riechzellen ist ein Spezialist und reagiert nur auf bestimmte Düfte. Eine Zelle kann bis zu 20 verschiedene Duftmoleküle erkennen, die allerdings in ihrem chemischen Aufbau eine Grundähnlichkeit aufweisen müssen. Mit 350 unterschiedlichen Rezeptoren können wir entsprechend viele Düfte wahrnehmen und zuordnen.

Düfte sind Gefühle
Eine Zelle, die beispielsweise auf Vanillegeruch spezialisiert ist, stellt nur Rezeptoren für Vanille her. Werden sie etwa durch den Duft einer Vanilleschote aktiviert, sendet die Zelle elektrische Impulse über ihren Nervenfortsatz in das Riechhirn. Von dort wird der Impuls einerseits weitertransportiert in das limbische System – ein Bereich in unserem Gehirn, der für unsere Gefühle und Stimmungen zuständig ist; zum anderen in den Hippocampus, unser Gedächtnis- und Erinnerungszentrum. Auch die anderen Sinnesempfindungen wie Sehen und Hören treffen hier ein, jedoch mit dem Unterschied, dass sie meist vorher den Thalamus passiert haben – das Tor zum Bewusstsein. Riechen ist also eine Sinneswahrnehmung, die unmittelbar auf unser Gefühlsleben wirken kann.

Düfte lösen Glückgefühle aus
Unser Wohlbefinden wird enorm von Gerüchen beeinflusst. Jeder muss dazu erst mal seinen eigenen Wohlfühlduft finden. Und auch das klappt nur durch persönliche Erfahrung und kann antrainiert werden: Wenn ich glücklich bin und an einem Duft rieche, prägt sich das mit der Zeit in meinem Geruchsgedächtnis ein. Nach und nach wird sich der Effekt umkehren und der Duft wird ein Glücksgefühl in einem auslösen